Die Weiterentwicklung der Gymnasialen Oberstufe
Liebe Leserinnen und Leser des Newsletters!
Im Land Nordrhein-Westfalen ist vom Landtag beschlossen worden, die Weiterentwicklung der Gymnasialen Oberstufe durchzuführen. Der entsprechende Landtagsbeschluss wurde im Juli 2026 gefasst. Damit kam ein Beratungsprozess zum Abschluss, der zum Ziel hatte, das Abitur im Land NRW moderner zu machen und damit vergleichbarer mit dem Zentralabitur in vielen anderen Bundesländern.
Konkret bedeutet dies, dass es in Zukunft 5 statt bisher nur 4 Prüfungsfächer im Abitur geben wird. Doch nicht nur die Anzahl der Abiturfächer verändert sich, das fünfte Abiturfach bekommt auch ein neues Prüfungsformat: Es wird die sogenannte Präsentationsprüfung eingeführt.
Man kann sich vorstellen, dass mit einem zusätzlichen Prüfungsfach und einem neuen Prüfungsformat, auf das natürlich auch hingearbeitet werden muss, viele Einzelheiten in der gymnasialen Oberstufe neu überdacht werden mussten.
Herausgekommen ist eine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Gymnasiale Oberstufe. Wer bereits jetzt in der Oberstufe ist, wird nach dem alten, bekannten Schema Abitur machen. Von den Veränderungen betroffen werden erstmals die Schülerinnen und Schüler sein, die sich jetzt in unserer Jahrgangsstufe 10 befinden.
Was heißt eine solche Oberstufenreform für das Kollegium unserer Schule? Nun, die ersten Schritte bestehen darin, dass alle informiert werden. Als Erstes hat sich die Oberstufenkoordination kundig gemacht und am Ende der Sommerferien die Schulleitung ausgiebig und intensiv über sämtliche Veränderungen in Kenntnis gesetzt. Dann gab es eine Schulleiterdienstbesprechung im Regierungsbezirk Düsseldorf, in deren Rahmen die Schulleitungen über die entsprechenden Neuerungen und die Auswirkungen auf die Schuljahre bis zum ersten Abitur nach der neuen Prüfungsordnung hingewiesen wurden. An unserer Schule erfolgte dann am Donnerstag vergangener Woche eine Dienstbesprechung der Oberstufenkoordination und der Schulleitung mit den Stufenleitungen, die aktuell in der Oberstufe tätig sind, sowie mit der Fachschaft Sport.
Die nächsten Schritte bestehen bzw. bestanden nun darin, dass es eine gesonderte Fortbildung für die Oberstufenkoordinationen in einer ganztägigen Veranstaltung gab, gefolgt von Implementationen für die einzelnen Unterrichtsfächer.
Implementationen? Nun, wenn eine Oberstufe reformiert wird, müssen auch alle Kernlehrpläne für die reformierte Oberstufe angepasst werden. Dies ist erfolgt, die neuen Kernlehrpläne werden nach und nach in Kraft gesetzt und aus allen Schulen werden die Fachschaftsvorsitzenden bzw. Stellvertretungen eingeladen, um über die Neuerungen in den Kernlehrplänen unterrichtet zu werden. Dies ist der Ausgangspunkt zur Information der übrigen Fachkolleginnen und Fachkollegen an einer Schule.
Um unser Kollegium auf diese Implementationsveranstaltungen vorzubereiten, wird es am 6. Oktober eine Lehrerkonferenz geben, die sich ganz der Thematik der Weiterentwicklung der Oberstufe widmet. Wenn die Implementationen abgeschlossen sind, werden weitere Beratungen folgen, wir bereiten uns darauf vor, unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10, den quereinsteigenden Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule und anderer Schulen außerhalb des Schulzentrums sowie deren Familien die neue Oberstufe erklären zu können. Es gibt dann die üblichen Informationsveranstaltungen, sodass alle sichergehen können, dass der Schulstart aus der Jahrgangsstufe 10 in die reformierte Oberstufe mit der Versetzung im kommenden Sommer reibungslos vonstattengeht. Auf die Fachschaften kommt dann noch ein weiterer Arbeitsschritt zu, denn die Kernlehrpläne für die Oberstufe müssen in schulinterne Lehrpläne umgesetzt werden.
Auch dem Laien wird deutlich, dass eine Reform der Oberstufe für alle am Schulleben Beteiligten eine Menge Mehrarbeit bedeutet. Man muss sich umstellen, die einzelnen Fachlehrerinnen und Fachlehrer müssen ihren Unterricht an die neuen Kernlehrpläne bzw. die schulinternen Lehrpläne anpassen, neue Prüfungsformate müssen erprobt und durchgeführt werden und so entfaltet Schuljahr für Schuljahr die Weiterentwicklung der Gymnasialen Oberstufe ihre volle Wirksamkeit.
Insgesamt ist dies ein sehr spannender Prozess, denn jede Reform des Teilbereichs einer Schule bietet auch neue Chancen. Man muss über Althergebrachtes nachdenken, neue Erkenntnisse und Anforderungen fließen ein. Schule ist und bleibt ein dynamisches System. Das Kunststück besteht darin, die Neuerungen der Oberstufe und die damit verbundenen Herausforderungen für die Schülerinnen und Schüler so zu gestalten, dass sie leistbar sind. Uns ist vor allen Dingen daran gelegen, unseren Schülerinnen und Schülern ein Maximum an Beratung zukommen zu lassen, damit sie sicher durch die Oberstufe begleitet werden. Aber das ist keine Neuigkeit, sondern gelebte Realität.
Es wird sicherlich noch der eine oder andere Newsletter im Zeichen der neuen Oberstufenreform stehen. Natürlich können sich Familien auch selbständig über die entsprechenden Seiten der Landesregierung im Internet informieren, doch würde ich dies nicht von vornherein empfehlen oder für sinnvoll halten. Sie dürfen getrost den Fachleuten in unserer Schule überlassen, die Regelwerke zu studieren und daraus die notwendigen Schritte für unsere Schule abzuleiten. Und Sie dürfen sicher sein, dass Ihnen und Ihren Kindern alle notwendigen Informationen rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden.
An dieser Stelle danke ich unserer Oberstufenkoordination, bestehend aus Frau Rödel und Herrn Dreckmann, sowie allen anderen in der Oberstufe tätigen Stufenleitungen für die umfassende Beratungstätigkeit, die Woche für Woche geleistet wird. Ich danke schon jetzt dem Kollegium, dass es sich positiv gestimmt auf die neuen Herausforderungen in der Gymnasialen Oberstufe einstellt.
Grüße vom Stoppenberg
Rüdiger Göbel, Schulleiter