Schullogo des Gymnasiums Am StoppenbergGymnasium
Am Stoppenberg
Inhalt
Nº 735

Haltungzeigen.

Fortbildung, Filmbesuch und Firmung: drei Impulse, Haltung zu zeigen. Die nächste Ausgabe erscheint in drei Wochen.

Fotocollage: Links eine goldene Oscar-Statuette in einer Hand, rechts ein Firmgottesdienst mit Bischof und Gottesdienstgemeinde in der Aula.
Links: Oscar für „Ein Nobody gegen Putin“; rechts: Firmung der zehnten Klassen mit Bischof Dr. Overbeck.

Grußwort der Schulleitung

Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen

Liebe Leserinnen und Leser des Newsletters!

Ich habe im Verlaufe dieser Woche gemerkt, dass meine Gedanken immer wieder zu Ereignissen zurückkehrten, die mich in der vorletzten Woche stark beeindruckt haben und einen intensiven Prozess des Nachdenkens bei mir ausgelöst haben, der wahrscheinlich noch lange nicht abgeschlossen sein wird.

Die erste für mich persönlich beeindruckende Veranstaltung war die Fortbildung des Kollegiums zum Thema „Rassismus und Ausgrenzung“. Üblicherweise erhält man im Rahmen einer Fortbildung zu einem bestimmten Thema Sachinformationen und „Werkzeuge“ für den Schulalltag. Wäre ich mit diesen Vorstellungen und Wünschen in die Fortbildung gegangen, wäre ich sicherlich sehr enttäuscht gewesen. Da ich Teil des Vorbereitungsteams war, wurde mir jedoch bereits in den Planungsgesprächen bewusst, dass diese Fortbildung anders sein würde. Und tatsächlich, sie war deutlich anders.

Im Grunde genommen wurde ich nach einer Konfrontation mit den Schmerzen und dem Leid derer, die jahre- und jahrzehntelang von Rassismus betroffen sind, auf eine Reise geschickt. Diese Reise führte in meine eigene Vergangenheit; ich habe mich auf die Suche nach den Quellen meiner Vorstellungen, Voreinstellungen und Vorurteile gemacht, soweit mir das möglich war. Im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen bin ich tief in meine typisch deutsche eurozentrische Weltsicht eingetaucht, die die Jahre meiner Kindheit und Jugend geprägt hat.

Und am Ende des Fortbildungstages konnte ich erspüren, dass ich Rassismus als gesellschaftliches Phänomen und Problem nicht einfach dadurch für mich in den Griff kriegen kann, dass ich intellektuell und theoretisch an die Sache herangehe. In mir wuchs das Gefühl, dass ich eher Teil des Problems bin und nur gemeinsam mit denjenigen, die die schmerzhafte Erfahrung des Rassismus erleiden und ertragen mussten und müssen, einen neuen Weg einschlagen kann, einen Weg, bei dem ich der Lernende bin und ganz am Ende vielleicht zu einer Lösung etwas beitragen kann. Ich habe die ganztägige Fortbildung mit einem Gefühl des Aufgewühltseins verlassen, in mir war offensichtlich viel in Unordnung geraten...

Die zweite Veranstaltung, die mich auf verschiedenen Ebenen zum Nachdenken gebracht hat und die ich als sehr anregend empfunden habe, war unsere Veranstaltung für die Jahrgangsstufen Q1 und Q2, die in der vergangenen Woche gemeinsam den Film „Ein Nobody gegen Putin“ angesehen haben und danach mit dem ehemaligen Lehrer, der zum Filmemacher und Produzenten wurde, ins Gespräch kommen konnten. Pawel Talankin hat mich zutiefst beeindruckt. Ich könnte hier mehrere Beispiele nennen, will mich jedoch auf ein einziges beschränken.

Als Videograf seiner Schule hatte er die Aufgabe, Schulleben zu dokumentieren. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine wuchsen ihm neue Aufgaben zu, denn Schritt für Schritt mussten Schulen in Russland beweisen, dass sie linientreu arbeiten, den Kindern das ideologisch korrekte Gedankengut einimpfen und sämtliche Bemühungen zur Unterstützung des Krieges mittragen. Zu diesem Zweck wurden Videos angefertigt, die Unterrichte zeigten, sie mussten dem entsprechenden Ministerium in Russland zur Verfügung gestellt werden. Pawel Talankin bekam also nicht nur mit, wie sich seine Schule veränderte, er selbst hatte die Aufgabe, diese Veränderungen zu dokumentieren. Dies war für ihn besonders problematisch, weil er sich schon immer für Freiheit und demokratische Werte eingesetzt hat.

Das für mich Beeindruckende an Pawel Talankin ist, dass er als einzelne Person, der von Anfang an klar ist, dass er eigentlich nichts ausrichten kann gegen den Krieg, gegen Putin und dessen Machtapparat, gegen die Tatsache, dass seine ehemaligen Schüler nach und nach eingezogen werden, dass Kinder um ihre Väter trauern müssen und Schülerinnen um ihre älteren Brüder, die im Krieg gefallen sind, trotzdem eine Entscheidung trifft. In dieser Situation der Ohnmacht trifft Pawel Talankin eine Entscheidung. Er nutzt die Chance des Kontaktes zu einem US-amerikanischen Produzenten und lädt die Filme, die er für das Ministerium in Russland dreht, auch dort hoch, um die Macht der Propaganda, um die Indoktrination der Schülerschaft und der russischen Gesellschaft öffentlich zu machen.

Schließlich muss er seine Heimat, seine Familie und Freunde verlassen, weil die Situation für ihn zu bedrohlich wird. Er schafft es mit den letzten Festplatten unauffällig auszureisen und sein Film „Ein Nobody gegen Putin“ entsteht. Dass dieser Dokumentarfilm ein so großes Echo finden wird, dass dieser Film so viele Menschen weltweit beeindrucken wird, konnte er nicht ahnen. Sichtbares Zeichen der Wertschätzung einer ganzen Branche für Pawel Talankin ist die Oscar-Verleihung für sein Werk und seine Arbeit. Und am Ende hat es sich doch gezeigt, dass diese eine Person, dieser eine Lehrer aus dieser einen Schule nicht ohnmächtig war, sondern eine ungeahnte Wirkung entfalten konnte, der man sich als Zuschauer des Films nicht entziehen kann.

Die dritte beeindruckende Begebenheit der vergangenen Woche war der Gottesdienst anlässlich der Firmung der Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 des Schulzentrums am Samstag vergangener Woche. „Licht der Welt“ – das wollten die Firmanden sein. Unter dieses Motto haben sie den Gottesdienst und ihre Firmung gestellt. Und Bischof Dr. Overbeck hat in seiner Predigt ausgeführt, was es heutzutage heißen muss, „Licht der Welt“ sein zu wollen. Es wurde in seiner Predigt jedem in der Aula deutlich, dass Christsein heute bedeuten muss, sich einzumischen. Christsein bedeutet, dass man Positionen beziehen muss, dass man sich für den Zusammenhalt in der Gesellschaft einsetzen muss und gegen Ausgrenzung durch die politischen Extreme aktiv werden muss.

Licht der Welt zu sein oder die Welt ein wenig heller machen zu wollen, das habe ich persönlich aus der Predigt mitgenommen, darf nicht nur ein schön formulierter Anspruch sein, sondern muss sich in unserem Alltagshandeln und in unseren Positionen zeigen. Doch der Preis ist hoch: Das Leben eines Christen, der ernst macht mit seinem Glauben und seinen Ansprüchen an sich selbst, wird anstrengend und herausfordernd sein.

Wenn ich heute über die Ereignisse der vorletzten Woche nachdenke, die ich gerade geschildert habe, dann verbinden sie sich zu einem großen Bild: Auf der Basis meiner eigenen Sozialisation, auf der Basis der Auseinandersetzung mit dem, was mich geprägt hat, soll und muss ich mich heutzutage als Christ in der heutigen Zeit klar positionieren und Flagge zeigen. Ich muss offen sein für Vernetzung, bereit sein zur Versöhnung, das Verbindende suchen aber auch deutlich machen, an welchen Stellen politisches Handeln und gesellschaftliche Diskussionen mit meinem Christsein nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Und dass ich auch als einzelne Person etwas verändern kann, darf ich ruhig glauben, auch wenn ich am Ende kein Oscar-Preisträger sein werde.

Ich bin persönlich sehr dankbar, diese Nachdenklichkeit, aber auch diese ermutigenden Botschaften und Erkenntnisse in Veranstaltungen gewinnen zu dürfen, die an unserer eigenen Schule stattfinden. Die vorletzte Schulwoche vor den Herbstferien war für mich ein Beispiel dafür, dass wir den Bildungsauftrag am Stoppenberg in einer umfassenden Art und Weise verstehen und uns in gesellschaftlich aktuellen Themenfeldern auf den Weg machen, um gemeinsam mit und für unsere Schülerinnen und Schüler Handlungsoptionen aufzuzeigen. Vielen Dank an alle, die sich immer wieder für solche besonderen Momente im Schulleben stark machen und diese ermöglichen.

Grüße vom Stoppenberg

Unterschrift von Rüdiger Göbel

Rüdiger Göbel, Schulleiter

Termine der Woche

Fachkonferenzen

Ab Montag, 2. November 2026, finden zu unterschiedlichen Terminen die Fachkonferenzen der einzelnen Unterrichtsfächer statt. Die Fachschaftsvorsitzenden laden dazu die Elternvertreter und Vertreterinnen und Vertreter der Schülervertretung ein. Wir freuen uns auf einen fruchtbaren Gedankenaustausch in den einzelnen Unterrichtsfächern.

Halloween-Party für die Jahrgangsstufe 7

Am Dienstag, 3. November 2026, findet in der 5. und 6. Stunde eine Halloween-Party für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 statt. Die Party wird veranstaltet vom SV-Team, parallel findet kein Unterricht in der Jahrgangsstufe 7 statt. Den Schülerinnen und Schülern ist es erlaubt, an diesem Tag in ihren Kostümen in der Schule zu erscheinen. Vielen Dank an das SV-Team für den Einsatz!

Gottesdienst für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Am Mittwoch, 4. November 2026, findet in der ersten Unterrichtsstunde ein Gottesdienst für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. Parallel findet in allen Jahrgangsstufen kein Unterricht statt, der Haupteingang wird erst um 8.45 Uhr für die Schülerinnen und Schüler geöffnet werden.

Weihnachten im Schuhkarton

Wie in den vergangenen Jahren wird es auch in diesem Jahr die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ geben, auf die schon im Vorfeld ausführlich hingewiesen wurde. Am Mittwoch, 4. November 2026, ist die sogenannte „Packparty“, bei der die mitgebrachten Geschenke in Schuhkartons verpackt werden. Ich danke an dieser Stelle allen Spenderinnen und Spendern und den beteiligten Kolleginnen und Kollegen!

Ehemaligentreffen am Samstag, 7. November 2026

Am Samstag, 7. November 2026, findet die letzte Veranstaltung im Reigen der Jubiläumsveranstaltungen anlässlich des 60. Geburtstages des Gymnasiums Am Stoppenberg statt: Rund 1300 Ehemalige werden an diesem Abend ihre „alte Schule“ besuchen, es wird ein froher Abend voller Begegnungen und Geschichten werden. Die Anmeldefrist endete am Donnerstag, 15. Oktober 2026. Da es keine Abendkasse geben wird, kann es nicht zu spontanen Besuchen des Ehemaligentreffens kommen. Aus Gründen der Planungssicherheit können wir dies leider nicht anders organisieren. Wir freuen uns auf viele Begegnungen am Ehemaligenabend in unserer Schule! Vielen Dank an das Vorbereitungsteam und alle Kolleginnen und Kollegen, die in die Durchführung des Ehemaligentreffens eingebunden sind!

Organisatorisches & Ausblick

Stundenplanänderungen ab 2. November

Wir freuen uns darüber, dass unser Team am Stoppenberg durch Herrn Wilhelmy und Herrn Schindler ab Sonntag, 1. November 2026 verstärkt wird. Zwei neue Kollegen mit einer vollen Stelle in einen Stundenplan zu integrieren, bei dem der Unterricht eigentlich schon verteilt ist, ist eine Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn einige Kolleginnen und Kollegen Lerngruppen abgeben. Die Schulleitung versucht an dieser Stelle Kolleginnen und Kollegen zu entlasten, die laut „Minutenkonto“ zu viele Unterrichtsverpflichtungen haben.

Natürlich führt dies in Einzelfällen zu Enttäuschungen sowohl auf Seiten der Kolleginnen und Kollegen als auch auf Seiten der Schülerinnen und Schüler, wie sich am vergangenen Freitag lautstark und überdeutlich bei einem Protestmarsch der Klasse 5a zum Schulleiterbüro zeigte. Daher hier noch einmal die Versicherung: Durch die Umverteilung von Unterricht soll niemand geärgert werden, es geht um die Gleichverteilung der Lasten im Kollegium. Den Kollegen Schindler und Wilhelmy wünsche ich einen guten Start als „echte“ Lehrer.

Vielen Dank an Frau Reidick und Herrn Hager, die für die Erstellung des neuen Stundenplanes verantwortlich sind!

St. Martin ist Haiti-Tag!

Am Dienstag, 10. November 2026, feiern wir im Schulzentrum das Fest des Heiligen Martin, bei dem das Teilen, die Solidarität mit Menschen, denen es nicht so gut wie uns geht, im Mittelpunkt steht. An diesem Tag starten wir daher eine große Sammelaktion für unser Partnerprojekt in Haiti, das wir schon seit vielen Jahren unterstützen. Beim Empfang der Brezel darf gerne ein Spendenumschlag als Zeichen der persönlichen Solidarität in den großen Korb geworfen werden. Deshalb gilt in diesem Jahr im Gymnasium das Motto „St. Martin ist Haiti-Tag!“

Lehrerkonferenz am 19. November 2026

Am Donnerstag, 19. November 2026, findet die nächste Lehrerkonferenz statt. An diesem Tag gilt der Kurzstundenplan (5 Stunden bis zum Mittagessen). Der Unterrichtstag endet dann für alle Jahrgangsstufen nach dem Mittagessen, der Nachmittag gilt als Studiennachmittag.

Elternsprechtag am 25. November 2026

Am Mittwoch, 25. November 2026, findet der erste Elternsprechtag des aktuellen Schuljahres statt. Von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr sind unsere Kolleginnen und Kollegen sprechbar. Termine für den Elternsprechtag konnten und können im Vorfeld online gebucht werden. An diesem Tag entfällt selbstverständlich der Unterricht für alle Jahrgangsstufen.

Der Weihnachtsmarkt steht vor der Tür

Am Freitag, 27. November 2026, findet der diesjährige Weihnachtsmarkt als Traditionsveranstaltung am Stoppenberg statt. Alle Klassen und Jahrgangsstufen sind in die Vorbereitung und Durchführung eingebunden und freuen sich auf viele Gäste. Einzelheiten zum Weihnachtsmarkt werden in einem der nächsten Newsletter veröffentlicht.

Anmeldeverfahren 2027/2028: Anmeldung für den Tag der offenen Tür

In der Woche nach den Herbstferien wird die Online-Buchung für den Tag der offenen Tür am Samstag, 16. Januar 2027 freigeschaltet.

Anmeldeverfahren 2027/2028: Verbindliche Vorgespräche zur Anmeldung

Terminbuchungen für die verbindlichen Vorgespräche zur Anmeldung für das Schuljahr 2027/2028 sind unmittelbar nach dem Tag der offenen Tür möglich. Diese Gespräche finden am Samstag, 30. Januar 2027 statt.

Aus dem Schulleben & der Mitwirkung

Vielen Dank und alles Gute!

Ende Oktober werden die Studienreferendarinnen und Studienreferendare aus ihrem Vorbereitungsdienst entlassen. Einige bleiben am Stoppenberg, andere werden ihre berufliche Zukunft woanders gestalten. An dieser Stelle danke ich der gesamten „Auszubildenden-Mannschaft“ für die gemeinsame Zeit am Stoppenberg! Vielen Dank für Hilfe und Unterstützung an vielen Stellen! Für den weiteren beruflichen und privaten Lebensweg wünsche ich Glück und Gottes Segen!

Service & Beratung

Shirts und Hoodies im Online-Shop

Shirts und Hoodies in verschiedenen Farben, Schnitten und Größen sind unter schulzentrum-shop.de mit den Logos der Sekundarschule, des Gymnasiums oder des Schulzentrums erhältlich.

Bei uns kannst Du ein FSJ machen!

Wer Interesse an einem freiwilligen sozialen Jahr hat, darf sich gerne bei uns bewerben. Wir bieten eine abwechslungsreiche Stelle im pädagogischen Bereich an. Kontakt: sekretariat@gymstopp.org.

Interessante Angebote in der Akademie Wolfsburg in Mülheim

Die Akademie Wolfsburg ist ein wichtiger Bildungspartner innerhalb des Bistums für Veranstaltungen aller Art, sie hat ein breites Angebot aus den Bereichen Gesellschaft, Erinnerungskultur, Bildung und Religion in ihrem Kalender. Als Service für alle Interessierten hier der Link zum Veranstaltungsprogramm, Anmeldungen können aus dem Programm heraus vorgenommen werden: Veranstaltungsprogramm der Akademie Wolfsburg

Gemeinsam Spaß an Bildung: Angebote der KEFB

Mit der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen ein Leben lang neugierig bleiben und nachhaltig Zukunft gestalten, von ElternStart über Familien- und gesellschaftspolitische Themen bis zur beruflichen Qualifizierung. Schauen Sie gerne auf unser vielfältiges Kursangebot unter www.kefb.info