Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums wurde die Geschichte des Gymnasiums Am Stoppenberg auf besondere Weise lebendig: In einer eindrucksvollen Theaterrevue nahmen die Mitwirkenden das Publikum mit in die Anfangsjahre der Schule – genauer gesagt in das Jahr 1976, als das zehnjährige Bestehen gefeiert wurde. In vier Aufführungen gelang es, Vergangenheit erlebbar zu machen und zugleich zentrale Fragen nach Entwicklung, Anspruch und Wirklichkeit von Schule zu stellen.
Im Mittelpunkt des Stücks stehen Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler der Gründungszeit. Anhand ihrer Geschichten wird deutlich, wie hoch die Erwartungen an das neue Gymnasium im Essener Norden waren – und wie herausfordernd die Umsetzung dieser Ideen im Alltag verlief. Themen wie das neu eingeführte Punktesystem, moderne technische Ausstattung, aber auch Ernüchterung über begrenzte Bildungserfolge werden ebenso aufgegriffen wie persönliche Erfahrungen der Beteiligten.
Auch die Perspektive der Schülerschaft spielt eine zentrale Rolle: wechselnde Lehrkräfte, der noch ungewohnte Ganztag, unterschiedliche pädagogische Ansätze im Kollegium und prägende Einzelerlebnisse zeichnen ein vielschichtiges Bild der damaligen Schulrealität. Gleichzeitig wird die besondere Situation einer Schule in kirchlicher Trägerschaft thematisiert – etwa in Fragen der Fächerwahl oder im Spannungsfeld zwischen Tradition und gesellschaftlichem Wandel.
Das Stück fängt darüber hinaus eindrucksvoll den Zeitgeist der 1970er-Jahre ein. Kostüme, Bühnenbild und Requisiten lassen die Epoche lebendig werden, während Musik, Tanz und szenische Darstellungen das Lebensgefühl zwischen Aufbruch, Unsicherheit und Veränderung transportieren. Unterschiedliche Jugendkulturen, politische Strömungen und gesellschaftliche Konflikte werden ebenso sichtbar wie familiäre Spannungen und persönliche Entwicklungsprozesse.
Im Zentrum stehen dabei immer wieder individuelle Geschichten: Freundschaften, Konflikte, erste Liebe und die Suche nach dem eigenen Weg geben dem Stück emotionale Tiefe. So entsteht ein roter Faden, der die verschiedenen Szenen miteinander verbindet und das Publikum bis zum Schluss mitnimmt.
Die besondere Wirkung der Aufführungen lag nicht zuletzt in der großen Spielfreude aller Beteiligten. Die Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses, der Chor und die Band arbeiteten mit spürbarer Begeisterung zusammen und machten die Revue zu einem lebendigen Gemeinschaftsprojekt. So wurde nicht nur ein Stück Schulgeschichte erzählt – sondern zugleich ein neues Kapitel geschrieben.
Fotos: Marcus Becker










