Sport am Stoppenberg

Projektwoche2022GAS 4Zum zweiten Mal fand am Gymnasium Am Stoppenberg die Projektwoche für Menschlichkeit mit dem Titel „Wir sind anders?!“ statt. Alle Schüler:innen der Klasse 9 erlebten in von ihnen gewählten Projektgruppen was es heißt, anders zu sein, spielten Theater, musizierten, recherchierten, filmten und gaben Interviews. Es wurde viel und offen geredet: Über Vorurteile und Diskriminierungserfahrungen, über den Holocaust und Bürgerrechtsbewegungen, über Hatespeech und Erinnerungskultur. Die insgesamt sieben verschiedenen Projektgruppen versuchten alle über ihren ganz eigenen Ansatz in die Thematik einzutauchen.

Das Projekt „Leben im KZ“ beispielsweise untersuchte über das persönliche Schicksal der jüdischen Schriftstellerin Ilse Weber, wie Menschen zur Zeit des Holocausts gelebt und überlebt haben. In einem intensiven Konzert, einer Mischung aus erzählter Geschichte, Chanson und Klavierbegleitung, tauchten die Schüler:innen in Ilse Webers Leben und Werk ein. Zur Abschlussveranstaltung am Freitag gestalteten sie ihren eigenen Erinnerungsweg.

Eine andere Ebene der Erinnerungskultur verfolgte die Gruppe „Der Stein des Anstoßes“, welche sich mit den bekannten Stolpersteinen und denen von ihnen ausgewiesenen Schicksalen von Opfern der NS-Zeit befasste. Eine Exkursion zum Stadtarchiv Essen ließ zusätzlich Geschichte lebendig werden, in der abschließenden Ausstellung wurden ausgewählte Biografien geteilt.

 Zwei externe Partner konnten ebenfalls für die Projektwoche gewonnen werden. Die Teamer:innen von Gedankenwert e.V. untersuchten in ihrem Workshop „Wie wollen wir leben“ wichtige Fragen aus den Themenbereichen Zugehörigkeit, Ausgrenzung, Identität und Religion. Sie stellten Fragen, die tief bohren und manchmal auch weh tun: Was ist mir wichtig? Was will ich im Leben erreichen? Welche gesellschaftlichen Erwartungen und Vorurteile steuern und bestimmen meine persönliche Zukunft? Wo gehöre ich hin? Dank der sehr offenen Gesprächskultur blieb viel Raum für persönliche Nachforschungen und Reflexionen. Während diese Gruppe also eher von der persönlichen Haltung ausging, untersuchten die Teamer:innen von „Demokratie leben!“ mit ihren Projektteilnehmer:innen im Workshop „Die Macht der Worte“, inwiefern Hate Speech, Framing und Verschwörungsideologien unsere Gesellschaft steuern. Sie fragten und forschten nach den Ursachen und Folgen dieser Begriffe, und versuchten offenzulegen, inwiefern wir alle bewusster damit umgehen können.

Zwei weitere Gruppen näherten sich der Thematik über die Kunst: In der Projektgruppe „Protest aus der Dose“ sprayten die Schüler:innen großformatige Graffitibilder, gestalteten Stencils und Slogans, und entwickelten durch ihre Bildsprache eine nicht minder ausdrucksstarke Reflexion aktueller Themen. Die Theatergruppe „Haltestelle Anders“ ging direkt auf Konfrontationskurs: Sie wollten nicht nur reden, sondern handeln. In aufwühlenden Vignetten zeigten die Schauspieler:innen am Freitag auf großer Bühne Alltagsrassismus und versteckten sich nicht hinter gutgemeinter Schwafelei. Rassismus entsteht an Bushaltestellen, im Supermarkt, vor dem Kino, in der Schule; er ist keine kleine Unannehmlichkeit, sondern grenzt aus, diskriminiert, und verletzt Körper und Seele. Gleichzeitig gaben sie Hoffnung. Ausgehend von der eigenen Biographie offenbarten drei Teilnehmer:innen ihre persönliche Migrationsgeschichte und Erfahrungen mit dem „Anders-Sein“.

Die Projektgruppe „30 Frames gegen Fremdhass“ schlussendlich dokumentierte die Projektwoche filmisch und fotografisch. Sie führten Interviews mit den Schüler:innen, Organisator:innen, begleiten die Exkursionen und Events und reflektierten in intensiven Interviews die Standpunkte der Schulgemeinde zum Thema Rassismus und Diskriminierungserfahrungen. So entstand ein 14-minütiger Abschlussfilm, der die vielen Erfahrungen und Erlebnisse bündelt und auf einen gemeinsamen Nenner bringt.

Wir danken sehr unseren Gästen: Zum einem dem Team von Theater-Spiel, das mit seinem Stück „ÜBERdasLEBEN, oder meine Geburtstage mit dem Führer“ unsere Woche beeindruckend eröffnete (www.theater-spiel.de), was uns durch die Unterstützung der Jungenstiftung des Bistums Essen ermöglicht wurde. Zum anderen Frau Dr. Maria-Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg, die zum Abschluss mit uns ihre Erinnerungen und Erkenntnisse teilte, zum Leben und zum Widerstand unter der nationalsozialistischen Diktatur. (Veröffentlichungen: „Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, Ein Lebensbild“, „Die Weißen Blätter: Eine konservative Zeitschrift im und gegen den Nationalsozialismus“)

Zitate von Teilnehmenden während und nach der Projetwoche:

  • „Jeder hat seine eigene Geschichte, jeder ist gewissermaßen anders.“ – Silvia
  • „Rassismus ist immer noch in den Köpfen der Menschen, er wird nie ganz weg sein. Es wird eine lange Zeit brauchen, bis er vielleicht mal aus der Welt geschafft wird.“ – Marc
  • „Auf die Frage, ob wir anders sind – da kommt ja erstmal die Frage, was ist überhaupt normal? Jeder ist anders, und niemand ist ganz normal, also sind wir quasi alle anders.“ – Finja
  • „Was wir uns erhoffen ist, dass die Schüler:innen empfindlicher werden, sensibler. Dass man schneller hinhört, wenn jemand angegriffen oder ausgegrenzt wird, dass man das nicht so abtut. Dass das nicht normal ist. Wir hoffen, dass die Schüler:innen mehr hinhören, mehr sehen, mehr wahrnehmen, und sich schlussendlich mehr einmischen.“ – Frau Held
  • „Ich wünsche euch, dass ihr euch diese Offenheit behaltet, und die Neugier aufeinander zuzugehen, voneinander zu lernen, und, wenn Corona irgendwann mal vorbei ist, dass ihr es auch mal wieder genießen könnt, in andere Kulturen einzutauchen, indem ihr in andere Länder fahrt und dort andere Menschen kennenlernt. Nur in dem Moment in dem ich mit anderen Menschen zusammenkomme kann ich spüren und erleben, wie großartig diese Welt ist und wie toll es ist in dieser unterschiedlichen Form auf dem Weg zu sein: Das baut Vorurteile ab.“ – Maximilian Strozyk
  • Wir können aus unseren Fehlern lernen und versuchen es besser zu meistern. (Schüler:in nach der Projetwoche)

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