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mahnmal 9Die Erinnerung an das nationalsozialistische System des Völkermords bedeutet eine Mahnung an uns alle, im Alltag nicht wegzuschauen und zu schweigen, wenn Menschen in ihrer Würde verletzt werden. Im Rahmen des Deutschunterrichts besuchten alle Schülerinnen und Schüler der Stufe Q1 des Gymnasiums bei einer dreitägigen Schulfahrt Weimar und Buchenwald. Weimar gilt als der Symbolort deutscher Hochkultur, das benachbarte KZ Buchenwald als ein Ort der schlimmsten Grausamkeiten des NS-Terrors.

 

 

Am ersten Tag der Fahrt stand ein Rundgang durch Weimar unter besonderer Berücksichtigung von Stätten mit zeitgeschichtlicher Relevanz 1914 - 1945 unter dem Motto „Krieg der Geister“ an. Erwartungen, Befürchtungen und Möglichkeiten des Umgangs mit Weimar und Buchenwald, den Orten deutscher Zeitgeschichte, flossen in individuelle Portfolios ein und wurden somit sehr persönlich, häufig künstlerisch, erarbeitet.

Unter Rückgriff auf die im Geschichts- und Politikunterricht vorbereiteten Inhalte wurde am nächsten Tag die Gedenkstätte Buchenwald besucht. Nach einem halbstündigen Einführungsfilm folgte die zweistündige Führung und pädagogische Begleitung vor Ort, anschließend boten noch weitere Stunden die Zeit und Gelegenheit zum individuellen Besuch der Dauerausstellung und der Kunstausstellung.  

Zwischen dem Konzentrationslager Buchenwald, das 1937 eingerichtet wurde und der Stadt Essen gab es direkte Kontakte: Das KZ-Außenlager Essen-Humboldtstraße bestand von August 1944 bis März 1945 und gehörte zum KZ Buchenwald. Dort wurden 520 ungarische Jüdinnen festgehalten, die in der Gussstahlfabrik der Friedrich Krupp AG zur Zwangsarbeit eingesetzt waren. Am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Truppen das Lager Buchenwald. Kurz vor Kriegsende war Buchenwald das größte Internierungslager auf deutschem Boden. Aus den Lagerunterlagen ließ sich ermitteln, dass zwischen 1937 und 1945 insgesamt 265.980 Menschen, darunter rund 27.000 Frauen, in Buchenwald interniert waren und insgesamt 38.049 Menschen dort starben. Zähle man noch die in Buchenwald ermordeten unbekannten Kriegsgefangenen und die Menschen hinzu, die auf den Todesmärschen ums Leben gekommen sind, seien insgesamt 56.000 Menschen gestorben, so heißt es in einem Hintergrundbericht der Bundeszentrale für politische Bildung

Bei der Nachbereitung der Erfahrungen wurde schnell deutlich, dass nicht emotionale Betroffenheit im Vordergrund stand, sondern die Fassungslosigkeit, wie Menschen andere Menschen behandelten und versucht haben ihnen durch pure Willkür ihre Menschlichkeit zu rauben. Effizienz und Verlogenheit der Bürokratie zur Vertuschung von Todesursachen, Zynismus im Umgang mit Hinterbliebenen und die Frage „Was bedeutet das für unser Leben heute, wie sollen wir uns dazu verhalten?“ wurden thematisiert. Der künstlerische Ausdruck von persönlichen Erlebnissen, Überzeugungen, Hoffnungen und Ängsten hat vielen Häftlingen in Buchenwald geholfen, sich als Mensch und Individuum der eigenen Würde bewusst zu bleiben, wie die Kunstaustellung der Gedenkstätte eindrücklich zeigt. Unsere Schülerinnen und Schüler nutzten ebenfalls diese Verarbeitungs- und Ausdrucksmöglichkeit, was zu beindruckenden Objekten und intensivem Austausch untereinander führte.

Natürlich folgte am Abend eine Nachbesprechung des Besuchs. Vorherrschende Eindrücke wurden festgehalten und weiterführende Fragen mündeten bis zum nächsten Tag in die Portfolios und die individuelle Erstellung von Objekten (z.B. Bilder, Gedichte, Installationen und Klänge), die den Mitschülern einen Zugang zu den Erfahrungen, Gefühlen, Hoffnungen oder Wünschen vermitteln konnten.

Unser Schulleiter Rüdiger Göbel unterstützt bei vielen Gelegenheiten die Motivation, sich noch stärker gegen rechtes Gedankengut, gegen Hassparolen, Rassismus, Ausgrenzung und gegen Fremdenfeindlichkeit zu engagieren. Er ist geleitet von der Überzeugung, dass das Nachspüren und Nachfühlen vor Ort ein viel intensiveres Erleben der damaligen Verbrechen ermöglicht, als es über Zeitungsberichte und Texte in Geschichtsbüchern möglich ist.

Eine Gedenkstättenfahrt bekommt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung angesichts des 75. Jahrestages der Befreiung, aber auch der Erinnerung des unsäglichen Leids, das von Deutschland ausging.

Die Schule ist von der nachhaltigen Wirkung einer Gedenkstättenfahrt in der Q1 überzeugt und konnte auf das besondere Engagement der beteiligten Kolleginnen und Kollegen an dieser bedeutsamen Stelle deutscher Geschichte und Gegenwart zählen.

Unser Schulleiter Rüdiger Göbel fasste die Motivation zu einer so groß angelegten schulischen Gedenkstättenfahrt prägnant zusammen: „Wir müssen aus der Geschichte lernen. Das ist unser Auftrag.“

 

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