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Klaus Kompaß heute


Gymnasium am Stoppenberg – eine Legende

Theo Becker (er ging damals in meine Parallelklasse, in die a) hat mich ausfindig gemacht – per Internet natürlich. Er war es, der mir von der Stoppenberger Homepage erzählte. Ich klickte mich also durch und fand die Ehemaligen-Story von Bernd van Loon (auch Parallelklasse a! Mensch, Kollegen der b, was ist los mit Euch?).

Wenn man diese Geschichten liest, werden alte Erinnerungen wach. Tolles Internet! Gleichzeitig wächst das Bedürfnis, sich selbst auch hier zu verewigen. Nun denn!

1969 war mein Startjahr. Stoppenberg! Das hieß:

Tagesheimschule (damit weniger Zeit, den Eltern auf die Nerven zu fallen)

keine Mädchen (im Alter von 9 Jahren noch ein positiver Aspekt)

Bischöfliches Gymnasium (die Erwartungen waren eher skeptisch)

von Kray aus eine ¾ Stunde Anreiseweg (eine gute Vorbereitung auf spätere Münchner Verhältnisse)



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Der damalige Schulleiter Herr Brokerhoff


Ruckzuck waren neue Freundschaften geschlossen, mein zweites Zuhause lag von da an in Stoppenberg und Katernberg. Unser erster Klassenlehrer in der b war Herr Söntgerath. Nach zwei Jahren bekamen wir einen neuen Klassenlehrer: Richard Zahlten.

Dieser Mann verdient ein eigenes Kapitel!

Er war mit Leib und Seele Lehrer. Streng aber gerecht. Mit vollem Einsatz dabei. Er unterrichtete eigentlich Deutsch und Religion. Nachdem aber über einige Woche Mathe wegen Lehrermangels ausgefallen war (kein Problem für uns aber so langsam fingen unsere Eltern an zu murren), nahm Richard das Zepter in die Hand und unterrichtete uns in Mathe (endlich verstand ich mal, was der da vorn uns erzählte).

In den Osterferien 1975 unternahm er mit uns auf privater Basis eine tolle Reise nach Rom. Den Gottesdienst in den Katakomben vergeß ich bis heute nicht. Seine Frau Maria war Opernsängerin an der Essener Bühne, sie sang in der kleinen Kapelle "We shall overcome". Allein schon bei dem Gedanken läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

Während dieser Fahrt eröffnete er uns, daß er keine Lust habe, der offiziellen Regelung zu folgen und uns ab dem nächsten Schuljahr mit Sie anzureden. Stattdessen schlug er vor, wir sollten ihn auch duzen. Das war damals wirklich eine Revolution. Glaubt aber nicht, daß Richard auch nur einen Millimeter seiner Autorität dadurch bei uns verloren hätte. Richard war sicher der Lehrer, der mich am stärksten beeinflusst hat.

Der zweite Lehrer, der starken Einfluß auf mich ausgeübt hatte war Friedhelm Ständer. Schon 1972 holte sein Bruder Helmut, damals unser Sportlehrer, Peter "Gille" Giefer, Ralf "Knutschi" Anuschewski, Ottmar "Trani" Wolff und mich in den Kanuverein. Friedhelm führte mit Peitsche und Zuckerbrot (an das Zuckerbrot kann ich mich weniger erinnern) das Geschehen weiter. Der Kanuverein wurde nun unser Zuhause. Jedes zweite Wochenende gingen wir auf Wanderfahrt, 1-2 mal pro Woche war Training angesagt. Friedhelm war gnadenlos – aber er packte uns genau da, wo wir es brauchten. Wir waren begeistert und immer voll dabei.

friedhelmstaender

Friedhelm Ständer


1976 ging ich in den Sommerferien im Schüleraustausch für 6 Wochen in die USA. Zusammen mit Bärbel Winnicki und Bernd Lastering. (Bärbel? Ja, in der Oberschule kamen die lang ersehnten Mädels zu uns... Auch das wäre eine eigene Geschichte...).

1978: die Befreiung! Abitur, Reifeprüfung, allgemeine Hochschulreife. GESCHAFFT!

Nach den schriftlichen Prüfungen in den Hauptfächern Deutsch (Frau Dr. Lütgemeyer, auch eine sehr positive Erinnerung) und Biologie ("Oskar" Burauen) fing ich an, Geld zu verdienen, um meine geplante nächste USA-Reise zu finanzieren. Zu den mündlichen Prüfungen kam ich mit dem 7,5 Tonner zum Stoppenberg gefahren, gleich danach war ich wieder auf Achse, um Rolladen und Duschwände auszuliefern. Nachdem genug Geld zusammen war und ich mich um drei Monate vom Bund hatte zurückstellen lassen, hieß das Motto wieder "Go West". Nach 8 Wochen Spaß kam ich zurück und ging zum Bund. Schluß mit Lustig.

In Michigan traf ich Frank Büscher aus meiner Stufe. Er wollte drüben bleiben und Medizin studieren. Heute sitzt er in Memphis/Tennessee als Professor für Geschichte.

Ich studierte nach der Bundeswehrzeit Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal und fand dann einen Job bei der Westfälischen Berggewerkschaftskasse in Bochum, um Unfallanalysen Unter Tage durchzuführen. Noch während ich meine Diplomarbeit schrieb verloren wir einen unserer Klassenkameraden. Peter Giefer verunglückte tödlich, als sich sein BMW überschlug und mit der Fahrerseite gegen einen Mast prallte. Ein harter Verlust. "Gille" war immer ein guter Freund gewesen. Ich hatte während des Studium als Schwerpunkt die Verkehrssicherheit gewählt und mein Wunsch wurde wach, später – irgendwann einmal – etwas zu erfinden, mit dem Peter hätte gerettet werden können.

Nachdem der WBK die Forschungsgelder ausgegangen waren, suchte ich einen neuen Job und besann mich auf das, wofür ich eigentlich dieses Fach studiert hatte: die Verkehrssicherheit. BMW suchte einen Versuchsingenieur für den Crashversuch. Ich bewarb mich, wurde angenommen und zog mit meiner Frau Heike (übrigens meine erste Liebe: im Clubhaus des Kanuvereins kennengelernt – dann aus den Augen verloren - wiedergesehen – wiederverliebt und geheiratet) nach München.

Bei BMW übernahm ich nach kurzer Zeit das Airbaglabor, dann kamen weitere Aufgaben hinzu, zuletzt war ich Abteilungsleiter für Vorentwicklung im Bereich Fahrzeugsicherheit. In dieser Funktion hatte ich meine goldene Aufgabe: ich war von der ersten Stunde an Projektleiter für den BMW Kopfairbag ITS. Eine bahnbrechende Erfindung, die 1997 ihre Weltpremiere feierte. Ich bekam in diesem Jahr den "Body Innovation Award" dafür verliehen. In der üblichen Dankesrede widmete ich den Preis meinem Freund Peter. Leider war ich zu spät dran mit dieser Erfindung.

kko
Klaus Kompaß hat gut lachen


Ende 1998 wurde mir ein verlockendes Angebot von dem größten Lieferanten und Entwickler für Rückhaltesysteme, der Firma Autoliv in Dachau gemacht: der bisherige Entwicklungsleiter hatte die Firma verlassen und man suchte einen Nachfolger. Seit 1999 hat man einen. Ich bin heute für die gesamte Entwicklung für Airbags, Sicherheitsgurte, Elektronik usw. in Deutschland, England und Südafrika zuständig und habe dort ein Team von rund 650 Ingenieuren, Physikern, Mathematikern und Technikern. Die Aufgabe macht wirklich Spaß.

Privat bin ich inzwischen Vater von drei tollen Kindern (Vanessa (2), Simon (7) und Julia (13)). Wir leben in Scheyern, einem kleinen Ort bei Pfaffenhofen an der Ilm, etwa 30 km nördlich von München.

Je mehr man schreibt, desto mehr Geschichten fallen einem ein: da gibt es noch die Story von Thomas J. und dem Feuerlöscher, Rüdiger St. und dem Fahrradunfall am Autofreien Sonntag und und und... Aber jetzt mach ich besser Schluß, sonst wird ein Buch draus.

Alles Gute ,

Klaus

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