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06 | 09 | 2010
Besuch von Pater Stra – Haiti ganz nah am Stoppenberg Drucken E-Mail
besuch_stra02Drei Gründe führen mich hierher:
  • 1. Die langjährige Freundschaft zu Herrn Göbel
  • 2. Ich habe zu viel Tod gesehen und möchte mich nun für einige Zeit mit viel Leben und Fröhlichkeit umgeben. Das kann ich hier an eurer Schule
  • 3. Ich möchte mich für alles, was ihr für die Menschen in Haiti tut bedanken.
So leitete Pater Attilio Stra seine Erzählungen ein, als er verschiedenen Klassen und Schülergruppen unseres Gymnasiums und der Hauptschule besuchte.
Zwei volle Tage nahm sich Pater Stra, der Leiter des beruflichen Ausbildungszentrums ENAM der Salesianer Don Boscos in Port au Prince in Haiti, Zeit  für seinen Besuch an unserer Schule. In diesen zwei Tagen beeindruckte er uns mit seinen Berichten aus seinem Leben, seiner Arbeit auf Haiti und von dem katastrophalen Erdbeben im Januar dieses Jahres, das er hautnah miterlebte.
Pater Stra befand sich in seinem Büro im ersten Stockwerk der Schule, als das Erdbeben einsetzte. Er wurde, wie so viele andere, unter dem eingestürzten Haus begraben. Sein Bein war eingeklemmt und nur durch ein Nachbeben, das zwei Stunden später folgte, wurde es wieder freigegeben und Pater Stra konnte mit Brüchen an Bein und Wirbelsäule aus den Trümmern kriechen. Drei Tage später wurde er in die Dominikanische Republik ausgeflogen und verbrachte die nächsten drei Monate im Krankenhaus. Pater Stra erzählte uns von sehr rührenden Begegnungen und Gesten „seiner Straßenkinder“, die ihn im Krankenhaus besuchten, von Brüdern, Lehrern und den vielen Kindern, die durch das Beben ihr Leben verloren haben, von dem immer noch schwierigen Bedingungen vor Ort. Viele unserer Schüler fragten ihn, wie viele Gebäude bereits wieder aufgebaut seien in Port-au-Prince, ob der Bau einer neuen Schule und eines neuen Zuhauses für die Straßenkinder bereits begonnen hätte. An dieser Stelle merkten wir, wie falsch häufig die Vorstellungen sind, so weit weg vom Ort der Katastrophe und wenn die Medien nicht mehr davon berichten. An einem Vergleich machte uns Pater Stra die Ausmaße der Aufräumarbeiten deutlich: 1000 LKW, drei Jahre lang täglich im Einsatz, wären nötig, um allein den ganzen Schutt und Müll aus der Stadt zu bringen. Dass neue Gebäude errichtet werden, liegt in weiter Ferne. Die Hilfe für Haiti muss über sehr viele Jahre angelegt werden. In einem Monat wird Pater Stra nach Haiti zurückkehren, um im Norden ein neues Zuhause, eine Lakai, für Straßenkinder zu errichten. Er setzt seine bereits 34-jährige Arbeit auf Haiti fort und muss doch noch einmal ganz von vorne anfangen.

Für unsere Unterstützung bedankte sich Pater Stra u.a. als er am Donnerstagabend das Sommerkonzert besuchte: „Thank you for what you do and what you are!“ Er gab uns mit auf den Weg, dass finanzielle Hilfe natürlich wichtig ist, mindestens genauso wichtig sei aber, dass die Menschen in Haiti wissen, dass wir hier an sie denken und zu einer sozialen und christlich- menschlichen Globalisierung beitragen.

Einen Beitrag zur finanziellen Unterstützung konnte die Türkollekte des diesjährigen Sommerkonzerts mit der erfreulichen Summe von 701,53 Euro leisten. Allen Spendern ein herzliches Danke.
Wir wünschen Pater Stra für seine zukünftige Arbeit mit Straßenkindern im Norden Haitis Gottes Segen, Kraft und Gesundheit.

 
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