Das Schultheater

...Inszenierungen unserer Literaturkurse...
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Bis 1998
 
Neuanfang 1999
Alle Songs für Realplayer

 

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2010 Haltestelle.Geister  
2011 Frank V - Komödie einer Privatbank

Presseartikel 1

Presseartikel 2

2012 Die Kratzbürstendressur  
2013 Erben für Fortgeschrittene  
2014 Lysistrata  
2015 Das Mark des Lebens  


25 Jahre Schultheater am Stoppenberg

Werner Sommer

 


Als im Mai 1972 die "Große Halle" des Gymnasiums Am Stoppenberg eröffnet wurde, fand eine Festwoche statt, in deren Verlauf es auch die erste Schultheater-Aufführung gab. In der Komödie "So war Herr Brummell" von Ernst Penzoldt spielte meine gesamte Abitur-Klasse mit - und das, obwohl die Prüfungen bereits vorbei waren! Immer wieder hatte sich die Fertigstellung der "Halle" verzögert, so daß unser Unternehmen fast zu scheitern drohte.

Damals konnte ich nicht ahnen, daß sich dieses Schultheater etablieren und letztendlich eine 25 jährige Tradition vorweisen würde. Ich selbst ging nicht einmal davon aus, so lange als Lehrer und als Leiter des Schultheaters "am Stoppenberg" zu bleiben. Bereits 1974 wollte ich "aussteigen", als man mich beschuldigte, in der z.T. selbst geschriebenen Fußball-Revue "Punkt ist Punkt" eine "anstößige" Szene gebracht zu haben. (Die drei Vorstellungen wurden vom Publikum übrigens begeistert gefeiert!) "Unheil" drohte auch 1975, weil wir Bertolt Brechts Lehrstück "Die Maßnahme" trotz Verbots aufführten. Das Schultheater überstand diese Situation unbeschadet und fand in den folgenden Jahren steigenden Zuspruch. Von 1976 an gab es mehrere Jahre lang sogar zwei Einstudierungen pro Schuljahr - eine heute kaum glaubliche Produktivität, die wir dem damals viel größeren zeitlichen Engagement der Schüler verdankten. Dieses Kompliment gilt Schauspielern und Bühnenbauern bzw. Technikern in gleicher Weise!

Ursprünglich war das Theaterspielen für alle Beteiligten reines "Privatvergnügen", dann wurde es als "Arbeitsgemeinschaft" geführt, und schließlich avancierte es als "Literatur" zum Schulfach im Kurssystem der Oberstufe. Diese "Beförderung" ist der Qualität des Schultheaters nicht unbedingt und nicht immer nützlich gewesen. Ohne einzelnen Jahrgängen zu nahe treten zu wollen, muß ich feststellen, daß es in den Anfangsjahren mehr Talente und wesentlich mehr Einsatzbereitschaft gegeben hat. Ein einziges Mal (1992) sah ich mich gezwungen, eine Einstudierung fünf Wochen vor der Premiere abzubrechen und die Darsteller wegen "Ahnungslosigkeit" und "Unvermögens" in die Wüste zu schicken; technische Probleme kamen hinzu.

Gab es Mißerfolge? Aus künstlerischer Sicht eigentlich nicht, aber bei zwei Stücken ließ uns das ansonsten treue Publikum etwas im Stich: bei "Leocadia", einer sehr poetischen Komödie von Jean Anouilh, und beim "Talisman", einer Posse mit Gesang meines verehrten Johannes Nestroy. Auf meine Stückauswahl bin ich - ehrlich gesagt - ein wenig stolz. In den meisten Fällen handelte es sich um Stücke, die niemand oder kaum jemand kannte. Daß wir dabei häufig auf der "unterhaltsamen Ebene" landeten, ist vor allem auf unser Publikum zurückzuführen, das das Heitere bevorzugt. (Eine wichtige Maxime für mich war immer, Theater für das Publikum zu machen. Übrigens ist es eine bekannte Theater-Weisheit, daß gerade das Leichte oft sehr schwer ist!) Trotzdem gab es auch sog. "anspruchsvolle" Stücke zu sehen. Ich erinnere an Brechts "Maßnahme", an "Die Polizei" von Mrozek, an "Picknick im Felde" von Arrabal, an Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen" und an Frischs "Biedermann und die Brandstifter".

Meiner persönlichen Vorliebe für das Musical konnte ich viermal nachkommen; den größten Erfolg verbuchten wir 1979 mit dem "Prärie-Saloon", der es bei fünf Vorstellungen auf insgesamt 2000 Zuschauer brachte. Weitere Musical-Pläne - u.a. auch für das Jubiläum und meinen gleichzeitigen Abschied - scheiterten daran, daß die Verlage bei der Gewährung von Aufführungsrechten an Amateurbühnen sehr "sparsam" und zurückhaltend sind.

Mit Genugtuung kann ich feststellen, daß sich das Unternehmen "Schultheater" stets selbst getragen hat. Sämtliche, z.T. beträchtliche Kosten für Dekorationen, Requisiten, Textbücher und Aufführungsgebühren konnten aus den Einnahmen bestritten werden, die wir dem erfreulichen Publikumszuspruch verdanken.

Insgesamt und zurückblickend gesehen kann ich eine durchaus positive Bilanz ziehen. Den Zeitaufwand und die "manchmal" nervenaufreibenden Proben und Vorbereitungen bereue ich nicht, wenn sie mir auch allmählich - mit zunehmendem Alter - gelegentlich doch zu schaffen machten. Selbstverständlich wären die 35 Produktionen nicht möglich gewesen ohne die tatkräftige Unterstützung einiger Kollegen und Freunde, denen mein besonderer Dank gilt! Im einzelnen nenne ich meine Bühenbildner Günter Dohr (5 Stücke), Michael Nauen (2), Herbert Krings (5) und besonders Hans-Bernd Schleiffer, der mir seit 1979 bei 23 Einstudierungen eine wichtige Stütze gewesen ist - auch als Leiter der Technik (Beleuchtung / Ton), indem er Aloys Budde ablöste. Auch meine "musikalischen" Kollegen Ulrich Siepe, Heinz-Georg Schlüter, Reinhold Dolny und Claus-Peter Woznik sowie die Kolleginnen Ruth Lange, Cornelia Trost und Margrit Wienand für choreographische Mitarbeit beziehe ich meinen Dank ausdrücklich mit ein!

Nach 25 Jahren sage ich wohlüberlegt: Das war's! Ob sich meine Hoffnung erfüllt, daß das Schultheater kontinuierlich, möglicherweise mit einem ganz anderen Konzept weitergeführt wird, ist zum Zeitpunkt dieser Zeilen völlig unklar. Das ist für mich der einzige "Wermutstropfen" - nicht mein Abschied als solcher...


Chronik der Aufführungen unter der Leitung von Werner Sommer"

    • "So war Herr Brummell", Komödie von Ernst Penzoldt (1972)
    • "Topaze oder Das große ABC", Komödie von Marcel Pagnol (1973)
    • "Punkt ist Punkt", eine Fußball-Revue von Ror Wolf, Ulrich Siepe und Werner Sommer (1974)
    • "Brave Diebe", Kriminalkomödie von Jack Popplewell (1975)
    • "Die Maßnahme", Lehrstück von Bertolt Brecht (1975)
    • "Intermezzo", poetische Komödie von Jean Giraudoux (1976)
    • "Von Bergamo bis morgen früh", Komödie von Dieter Waldmann (1976)
    • "Wonderful Chicago", Musical von Charly Niessen /Musik und Heinz Waldmann /Text (1977)
    • "Picknick im Felde", Einakter von Fernado Arrabal, zusammen mit
    • "Die Polizei", Drama von Slawomir Mrozek (1977)
    • "Emil und die Detektive", Jugendstück von Erich Kästner (1978)
    • "Prairie-Saloon", Musical von Lotar Olias /Musik und Heinz Wunderlich /Text (1979)
    • "Der widerspenstige Heilige", Komödie von Paul Vincent Carroll (1979)
    • "Wir sind noch einmal davongekommen", Schauspiel von Thornton Wilder (1980)
    • "Heiraten ist immer ein Risiko", Kriminalkomödie von Samuel O'Hara (1980)
    • "Millionen für Penny", Musical von Lotar Olias /Musik und Max Colpet /Text (1981)
    • "Leocadia", Komödie von Jean Anouilh (1982)
    • "Bunbury oder Wie wichtig es ist, ernst sein", Komödie von Oscar Wilde (1982)
    • "Arsen und Spitzenhäubchen", Kriminalkomödie von Joseph Kesselring (1983)
    • "Biedermann und die Brandstifter", Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch (1983)
    • "Der Talisman", Posse mit Gesang von Johann Nestroy (1984)
    • "Spuk um Mitternacht", Jugendstück von Heinrich Maria Denneborg, Uraufführung (1984)
    • "Zicke-Zacke", Schauspiel von Peter Terson (1985)
    • "Das Geld liegt auf der Bank", Lustspiel von Curt Flatow (1986)
    • "Meisterdetektiv Kalle Blomquist", Jugendstück von Astrid Lindgren /Eberhard Möbius (1986)
    • "Helden", Komödie von Goerge Bernhard Shaw (1988)
    • "Topaze oder Das große ABC", Komödie von Marcel Pagnol (1989)
    • "Lauf doch nicht immer weg", Farce von Philip King (1989)
    • "Kömödie im Dunkeln" von Peter Shaffer (1991)
    • "Happy End", Musical von Kurt Weill /Musik und Bertolt Brecht /Text (1991)
    • "Ein Todesfall wird vorbereitet", Kriminalkomödie von Jack Popplewell (1994)
    • "Eine schöne Bescherung", Komödie von Albert Husson (1994)
    • "Towarisch", Komödie von Jacques Deval in der Bearbeitung von Curt Goetz (1995)
    • "Geisterkomödie" von Noel Coward (1996)
    • "Einladung ins Schloß oder Wie man das Spiel spielt", Komödie von Jean Anouilh (1997)

 




Lumpazi 2000 frei nach J.N. Nestroy

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Reinhold Dolny/Gertrud Lütgemeier/Thomas Bungarten

 



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Wir wollten es anders machen...

Nach Jahrzehnten des "Sommer-Theaters" wollten wir, die eine Leiterin und die zwei Leiter des Literaturkurses vor allem wirklich ein anderes Theater machen, als es am Stoppenberg bisher üblich war.

Die jahrelange erfolgreiche Tradition der Inszenierungen von Werner Sommer soll dabei weder in frage gestellt, noch in ihrer Qualität gemindert werden, wir drei haben einfach eine andere Auffassung von dem, was uns mit SchülerInnen machbar erscheint.

Deshalb ist in beiden Literaturkursen (Dolny/Bungarten und Mißler/Lütgemeier) zunächst viel improvisiert worden. Körper- und Ausdrucksübungen füllten die ersten Wochen des Halbjahres in der Stufe 11. Mit Texten wurde nur sehr sparsam gearbeitet.

Als Barbara Mißler uns im Sommer wegen einer ihr angebotenen Planstelle im öffentlichen Dienst verlassen hat, wurden die Kurse mit dem Ziel einer gemeinsamen Inszenierung zusammengelegt und seitdem unterrichten wir im Dreierteam.

In Vorbesprechungen einigten wir uns darauf, die Stärken der Schüler in der Improvisation zu nutzen und unser Stück weitgehend selbst zu entwickeln. Grundlage des Handlungsplots sollte Nestroys "Lumpazivagabundus" sein. Wobei diese Auswahl nach Abwegung nicht einstimmig getroffen wurde. Letztlich war es uns aber klar, daß es nicht so wichtig war, welcher Text als Anregung diente, so daß böse Zungen auch von einer fast zufälligen zumindest aber willkürlichen Auswahl sprechen könnten. Aber auch das gehört ein wenig zu unserem doch sehr schülerzentriertem Konzept.

Nach der Lektüre wurde den Schülern bald deutlich, daß dieses Stück nach Aktualisierungen schrie, die Couplets und Lieder so nicht tragbar, der gesamte Handlungsstrang, vor allem das Ende heute nicht mehr bühnentauglich waren.

Schritt für Schritt haben die Schüler in kleinen Improvisationsgruppen Konzepte des Übertrags , der Aktualisierung und Veränderung entwickelt und gespielt. Textbücher oder Textvorlagen gab es nicht und bis heute gibt es kein komplettes Textbuch für die Aufführung. Es war uns wichtig, daß alles zu jeder Zeit noch geändert werden konnte und kann.

Schwierigkeiten bereitete der Schritt, die einzelnen als gut befundenen Ideen in ein Gesamtkonzept zu integrieren, die Handlung insgesamt stimmig und nachvollziehbar zu gestalten. Nachdem dieser Schritt abgeschlossen war, hat jeder Teilnehmer des Kurses eine Rohtextfassung bekommen, mit der wir bis zur Inszenierung arbeiten, ohne weitere Festlegungen zu treffen, der Rest entsteht im Spiel und verfestigt sich in den Proben.

Mit wenigen Ausnahmen sind also alle Szenen und Texte im Improvisationsspiel entstanden, sie stammen fast ausschließlich aus der Feder des SchülerInnen. Bei den Kostüm- und Bühnenideen, Songs und dieser Präsentation hatten wir Leiter die Hände dann schon ein wenig mehr im Spiel, man kann die Kids ja schließlich nicht die ganze Arbeit machen lassen...

Mit jedem Tag, den die Aufführung näher rückt, steigert sich unsere Spannung darauf, welchen Anklang dieses Konzept beim Publikum finden wird.

Thomas Bungarten




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AUSGERECHNET NESTROY

Ausgerechnet der Lumpazivagabundus! Dieses unmögliche Stück aus verstaubten Restaurationszeiten, in dieser betulichen Wiener Sprache, mit diesem schrecklichen Happy-end, wo drei heruntergekommene Handwerksburschen ihr Glück in Arbeit und Familienidyll finden? Soviel verlogene Moral – und außerdem keine tragenden Frauenrollen! Nein!!

Shakespeare oder mindestens Molière sollte es sein für unser Theaterprojekt, wenn schon nicht Goethe zum Goethejahr. Und jetzt Nestroy! Das muten mir meine Regiekollegen zu?

Andererseits: Wir wollen kein Literaturtheater spielen – das ist uns klar – und die Spieler/innen sollen nur ein Handlungsgerüst bekommen, das sie in freier Improvisation in ihr eigenes Stück umformen. An diesem Nestroy kann man wohl nicht viel verderben. Und: reizvoll ist es schon, das Spiel auf verschiedenen Ebenen, auf der Erde, wo die Menschen sich um ihr bißchen Glück quälen, und im "Himmel", wo die Götter sich über sie amüsieren. Und es soll gesungen werden – da gibt Nestroy schon eine brauchbare Grundlage mit den Couplets, die die jeweilige Gestimmtheit der handelnden Personen auf den Punkt bringen.

Und steckt nicht auch eine Spur heutigen Lebensgefühls in der Idee, dass unser Geschick von launischen Göttern gelenkt wird, von Fortuna, der Hoffnung auf Geld und Erfolg, von Lady Amor, unserem Traum von Liebeserfüllung? Und stellt nicht auch uns der böse Geist Lumpazi, unser Trieb zur Selbstzerstörung, sein Beinchen?

Also doch Nestroy...Was sich dann in langen, teilweise frustrierenden, teilweise begeisternden Probierphasen herausschält, scheint zunächst ganz weit weg zu sein von der Nestroyschen Textvorlage und hat viel mehr zu tun mit dem Medienkonsum unserer Spieler/innen, mit dem Rummel der Unterhaltungsindustrie und unseren wirklich katastrophalen Zukunftsszenarien zur Jahrtausendwende.

Aber wenn ich jetzt noch einmal das gelbe Reclamheft durchblättere, dann entdecke ich, dass wir uns gar nicht so weit entfernt haben vom alten Nestroy und seinem bitteren Pessimismus, seinem unversöhnlichen Lachen über die Torheit der Welt.

Also: Warum nicht Nestroy?

Gertrud Lütgemeier


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DE MUSICA

Musik war ursprünglich nicht vorgesehen. Erst als mit der fertiggestellten Neufassung des Textes die Konturen der Inszenierung erkennbar wurden, kam uns Projektleitern die Idee einer solchen Erweiterung.

Die wichtigsten Stellen der Handlung sollten jeweils durch einen Song vertieft werden - etwa im Sinne der barocken Arie oder des "retardierenden Moments" bei Brecht’scher Bühnenmusik - , dies jedoch in modernem Klanggewand. Später kamen noch eine "Intro" genannte Programmouvertüre und die roh gezimmerte Hofbräuhausmusik ( diese stammt als einzige nicht aus der Feder unseres Teams ) hinzu.

Die Songtexte wurden unter hohem Zeitdruck von Frau Doktor Lütgemeier und mir im Doppelpaßspiel verfaßt ( Reimlexikon! ).

Gleichzeitig machte ich mich an die Komposition der bereits erstellten Textabschnitte, die dann gelegentlich wieder Textänderungen im Teamwork nach sich zog. Seither weiß ich die Telefonnummer der Frau Doktor auswendig. Dies dialektisch‘ Spielchen brachte überraschend flink recht ansehnliche Ergebnisse, die von der Festplatte auf Musikkassette gezogen und live erprobt wurden.

Zunächst etwas zögerlich hatte sich mittlerweile eine Gruppe von Sängerinnen (Chorus-line) gebildet, die jetzt vor nichts mehr zurückschreckte, Texte und Melodielinien lernte und den verrauschten Aufnahmen Leben einhauchte, tapfere junge Frauen mit Sinn für Bewegung und Spaß daran. Hier ein "Danke schön" an Christina, Jessika, Kathrin, Laura, Mahnia und Yvonne auch dafür, daß ihr mir in dieser heiklen Projektphase Mut gemacht habt !

In dieser Phase des Projekts erkannte ich die technischen Grenzen meiner Kompositionsarbeit am PC. Doch wo Not ist, wächst auch Rettung. Hier in Gestalt des Kollegen Andreas Dreckmann, der ein modernes Digitalstudio besitzt und beherrscht. Dieser willigte freundlich in eine Zusammenarbeit ein und übernahm die gesamte Produktion des Soundtracks.

Es folgten lehrreiche Wochen, in denen die musikalischen Rohlinge ergänzt, geschliffen und poliert wurden, fertiges Material wurde von den Sängerinnen erprobt und zum Teil den Bedürfnissen neu angepaßt, auch hier wurde viel telefoniert. Es gab auch hier gelungene Doppelpässe, das songwriter-team ergänzte sich vortrefflich.

"Andreas Dreckmann ist total kompetent und liebt diese Art von Arbeit", so beruhigte ich mich, als ich meinen Familienurlaub in den Osterferien antrat und die Musik noch lange nicht stand. Trotzdem war die Überraschung groß, als der Kollege die ganze Ferienzeit durchgearbeitet hatte und die meisten Songs fertig präsentieren konnte, alle vorgenommenen Änderungen hatten der Musik gutgetan, sie hatte jetzt zupackende Rhythmen, fetzige Riffs waren hinzugekommen, böse Gitarrensounds waren komponiert und akustisch eingespielt, ganze Parts völlig neu gesetzt, kurz: es groovte jetzt machtvoll.

 

In unserem Übermut faßten wir den Plan, den gesamten Soundtrack als CD herauszubringen. Es folgten zahlreiche Sessions mit der Chorus-line im Mülheimer Studio, die Mädchen lernten bei einer kleinen, spontanen Stadtrundfahrt das sympatische Nachbarstädtchen kennen.

Reinhold Dolny


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FROM DUSK TILL DAWN

oder

PROBEN BIS ZUM MORGENGRAUEN

Der Vorhang ist gefallen. Der tosende Applaus verhallt. Das Publikum macht sich mit einem Schmunzeln im Gesicht auf den Heimweg. Es kehrt Ruhe ein. In der Ferne heult ein Wolf. Längst beschäftigen sich die Gemüter wieder mit den Dingen des Alltags: Woher komm’ ich, wohin geh‘ ich, wieso ist der Kopf dicker als der Hals, heißt es eigentlich der, die oder das Nutella? Doch all diese Fragen erscheinen so nichtig, ja so unbedeutend geradezu, in Anbetracht der Frage aller Fragen. Einer Frage, die sich wie ein dunkler Schatten über alles Irdische zieht. Einer Frage, die die Nation beschäftigt: ...wie nur? Wie nur hat es dieser Literaturkurs geschafft, ein so verdammt gutes Theaterstück auf die Bretter zu stellen?

"Pure Improvisation", sagen die einen, die anderen begründen den Erfolg mit der exzellenten Führungskraft der Kursleiter (+ /in). Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Fakt ist, dass eine Menge Zeit von der ersten Idee bis zum fertigen Theaterstück vergangen ist. Denn am Anfang war das Buch. Eine entzückende kleine Lektüre mit Namen "Der böse Geist Lumpazivagabundus" in drei Akten. Der oberflächliche Titel mag zwar über den tiefsinnigen Inhalt der mittelalterlichen Zauberposse hinwegtäuschen, dennoch fand in der nächsten Zeit eine Generalüberholung statt, nach dem Motto: "Mit Lumpi ins nächste Jahrtausend". Von nun an wurde wöchentlich die gute alte Aula des Gymnasiums am Stoppenberg Schauplatz obskurer Aktivitäten und wilder Szenarien, die weit über das menschliche Fassungsvermögen hinausreichen. Das Funkeln in den Augen eines jeden Einzelnen verriet, dass etwas ganz Besonderes im Gange war.

So wechselten die Jahreszeiten....Aus Teilen sämtlicher improvisierter Szenen tat sich langsam das Grundgerüst unseres Theaterstücks auf. Ein wenig wackelig zwar, aber wenigstens war ein Konzept vorhanden. Von jetzt an ging es an die Feinheiten; Personen, Handlung, Dialoge – alles musste systematisch festgehalten werden. Die Verteilung der Hauptrollen regelten wir streng demokratisch: geheime Wahl.

Ach ja, und dann waren da noch die drei Lehrer ( /in), die uns mit Rat und Tat beiseite standen. Lehrkörper im Dreierpack, wie praktisch!

Doch die Zeit drängte. Schon bald sollte die Premiere sein. Der enthusiastische Drang nach absolutem Perfektionismus zwang uns im Hinblick auf die Generalprobe, nicht die Mauläffchen steif zu halten, sondern diverse Wochenendtage unter das Zeichen der gemeinsamen Probe zu stellen. Schnell einigten wir uns auf die Termine. Denn jeder war begeistert.

There’s no business like show –businness, die Vorbereitungen neigten sich dem Ende zu. Das Bühnenbild stand, die CD mit allen unseren Hits war gepresst, die Kostüme warteten in der Garderobe auf ihren großen Auftritt und einige hatten sogar ihre Texte gelernt. Auch wenn auf dem langen Weg nach Ruhm und Rampenlicht der Geduldsfaden sowohl bei Lehrer ( /in) als auch Schüler ( /in) oft bis zum Zerreißen strapaziert wurde, gaben wir doch die Hoffnung nie auf, ein überzeugendes Theaterspiel auf die Bühne zu zaubern. Ich denke, das Ergebnis spricht für sich selbst. Ein Bühnenspektakel der besonderen Art, das Seinesgleichen sucht!

Licht aus, Spot(t) an, für den Literaturkurs der Stufe 12!!

René Siepmann

 

Schüler produzieren eine CD

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Atmoshpärisches Intro

 

 

 

H2O SO Null 4

 

 

 

In meinem Bauch da tobt die Wut

 

 

 

Warum warten auf das Glück

 

 

 

Ein-, vielleicht zweimal im Leben

 

 

 

Pay now, die later

 

 

 

Meine Herren

 

 

 

Streift dich einmal ein Komet

 

 




Zum Theaterstück Lumpazi 2000 ist eine multimediale CD für Computer und/oder CD- Player erschienen, die alle Songs des Stückes, Probenfotos, Texte, Quellen und viele andere Informationen enthält. Hier können Sie sich die Songs in bester Qualität herunterladen. Alle Titel sind in mühevoller Kleinarbeit von meinem Kollegen Andreas Dreckmann in dessen Studio mit den SchülerInnen produziert, sie stammen sämtlich aus eigener Produktion!


Das Letzte ... Jahrhundert

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Andreas Dreckmann/Christine Nolte/Ruth Lange/Gertrud Lütgemeier


Soundtrack
- die Highlights

 
dasletzte
 

Impressionen



Lesen Sie eine Kritik zum Stück
v. Karl Wilms
        Das Programmheft zum Anschauen
oder Download (432KB)






Roland Piel und Katrin Fischotter

Revue passieren lassen

Oder:

Wie wir auszogen, um den Broadway zu erobern, und in der Stoppenberger Aula ankamen

Ja, ja. Aller Anfang ist schwer.

Binsenweisheiten enthalten leider allzu oft einen wahren Kern, so auch in unserem Fall, denn stellen Sie sich folgendes vor:

Ein gut gelauntes Lehrerteam steht vor einem Kurs immer müder Schüler und versucht seine Euphorie auf eben diese besagten Schlafenden zu übertragen. Doch spätestens hier werden Erfahrene sagen: HALT, das kann ja nicht klappen.

Zur Verdeutlichung:

Wir schreiben irgendeinen Tag im Februar 1999, an dem sich am Nachmittag Folgendes ereignete:

"WIR haben uns ein hohes Ziel gesetzt - WIR wollen eine an dieser Schule noch nie dagewesene Revue produzieren. Es ist mir bewusst, dass Schauspiel, Tanz, Musik und Gestaltung, in einer Selbstproduktion dargeboten, eine riesige Herausforderung darstellen, aber ich bin davon überzeugt, dass WIR diese ZUSAMMEN meistern werden!!!! Nicht auf der Benotung soll unser Hauptmerk liegen, sondern vielmehr sollen Schüler und Lehrer in diesem Kurs in Eigenverantwortung "UNSER Stück' lebendig werden lassen!!!!!!!"

(Sinngemäße Rede eines übereifrigen Lehrers mit Produzenten Ambitionen zur Lage der Nation)

Amen, schnarch .......................

So in etwa haben die Reaktionen auf diese weltbewegenden Worte ausgesehen. Na ja, wie man schon sieht: Das wird ein hartes Stück Arbeit.

Und diese w(s)ollten wir auch gleich anpacken, aber ....

Selbe Stelle, eine Woche nach der ansteckenden" Rede:

"Ach nöööööööh, heut hab ich keinen Bock auf Literatur, fällt ja eh' nicht auf, dass ich fehle, bei 50 Leuten! Wer kontrolliert da schon?!"

(Energiesparender Durchschnittsschüler der Gattung "Die-anderen-machen-dat-schon")

Ok., Ok., bevor wir später gesteinigt werden: Natürlich war da auch eine klitzekleine Minderheit von FLEISSIGEN Schülern (solche soll es tatsächlich noch geben!!). Dies nur fürs Protokoll.

Und so bedarf es allem Anschein nach bei Schülern wohl überzeugenderem als ein paar tollen Worten vom großem Gemeinschaftsdenken. Aber so was wie eine Einstellung ändert sich ja nicht von jetzt auf gleich. Da muss man mit pädagogischer Hand sanft" nachhelfen.

Gewitterwolken über Stoppenberg, Herbst 1999:

"Das geht so nicht!!!!!! Die Einstellung die einige von EUCH an den Tag legen ist wirklich armselig. Die Resultate der meisten Gruppen sind jämmerlich und außer MIR scheint das hier keiner ernst zu nehmen!!!!! Aber IHR werdet schon sehen!!!!!! Auch dieser Kurs wird am Ende versetzungsrelevant benotet!!!!!!!!!!"

(Frustrierter Lehrer gegenüber gut erholten Schülern.)

Hui, das war aber ein Donnerwetter ... wie aus dem Lehrbuch.

Tja aber schauen wir uns doch erst mal die darauf folgende Schülerreaktion an:

Aber WARUM? Es hat uns doch gar keiner gesagt, was wir tun sollen!!!!!" (in seinem Unterrichtsverständnis gänzlich erschütterter Schüler.)

Hierzu allerdings kein Kommentar.

Fragt man sich also wie das alles noch ein gutes Ende gefunden haben soll, aber sehen Sie selbst...

Es kam schließlich, wie es kommen musste (Noch so ein herrliches Sprichwort!).

Die große Wende (Ende1999):

Wir haben unter Mitwirken eines freiwillig mithelfenden Lehrkörpers die Szenen geringfügig in: Wortlaut, Bühnenbild, Handlung, Ablauf, Requisite, Symbolik, literarischem Ausdruck, dramaturgischen Effekten, Beleuchtung, Bühne selbst und in der Einbeziehung von Medien GEÄNDERT. Außerdem fangen wir an mit Schauspielproben. Ach ja, wir haben schon ein paar Rollen besetzt. Irgendjemand was dagegen einzuwenden? Sprecht jetzt, oder schweigt für immer.

Äh, ..ja... hier.... wann war die Rede von Spielen? Nöööö, ich spiel nicht, mach mich doch nicht zum Affen!!!"

"Gut, keine Einwende. dann können wir doch gleich beginnen!!!!"

(In Zeitdruck geratener Lehrer in einem Monolog" mit "überwältigten" Schülern.)

Der Startschuss war gefallen, es folgten Sprechübungen samt Korken im Mund, mit Versprechern und neuen Ideen, mit sich gegenseitigem auf die Füße treten, bzw. Walzerübungen und soooo weiter.

Die Requisitenleute beginnen wie verrückt ihre sieben Sachen beisammen zu bekommen und die Bühnenbauer bestreichen fleißig Kartons.

Und wenig später, murren ein paar zwar immer noch, wenn es darum geht, sich bei Tanz und Text "zum Affen machen zu lassen", aber auch diese Dauernörgler, so wagen wir zu behauten, haben mittlerweile auch so ein komisches Gefühl" bekommen, denn da ist ein seltenes Phänomen aufgetreten: SPASS AN DER ARBEIT!

Ach ja, nicht zu vergessen!

Eine weitere pädagogische Musterlösung in Sachen Einbeziehung von Schülern folgte im Frühjahr 2000:

"..müssen wir heut diskutieren und zu einer abschließenden Abstimmung kommen. Wollen wir im Rahmen der Schultheatertage im Casanova" auftreten, oder nicht ? Ich denke, dass dies eine tolle Erfahrung für uns alle wäre!"

Schüler Teil a) + ein Lehrkörper: "Zu eng; großer Aufwand; die Tänzer können sicher nicht richtig tanzen; das wird nichts;..."

Schüler Teil b)! + anderer Lehrkörper.- "Herausforderung,- einzigartige Möglichkeit,- Erlebnis,- Traut euch doch mal, Ihr Neinsager .....

"Also kommen wir zur Abstimmung. Nur bei einer klaren Mehrheit werden wir im "Casanova" auftre ten." (Es wird abgestimmt.)

" 1...2...3...4...8...10......14........; Das ist zwar nicht ganz die Mehrheit, aber...äh....wir reden da noch mal drüber."

(Kurz darauf:) " Also ich rufe die Frau, die im Organisationsteam der Schultheatertage sitzt, dann an und sage ihr unseren Auftritt zu."

"Aber sie wollten erst doch noch mal mit uns darüber reden!!!!!

"O.K... fangen wir mit dem Proben an, die Zeit eilt."

(Mann mit Hut vor debattierenden Schülern.) (Psst, ja Sie! Der Lehrkörper, um den es hier geht, hat einen Hang zu alten Damenhüten, aber pssst, niemandem weitersagen!)

Und was auch kommen mag, sollten die wichtigen Proben von dauerhaften Schullautsprecherproben gestört werden oder fast alle Schüler vor wichtigen Durchlaufproben noch einen gesteigerten Alkoholspiegel haben, weil am Abend zuvor noch eine Geburtstagsparty stattfindet:

"WIR SCHAFFEN DAS SCHON!"

Überzeugen sie sich selbst!



(P.S.: Mögliche Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt, Außerdem ist alles gar nicht so ernst und schon gar nicht böse gemeint. Wir machen doch nur SPASS!!)

Wie Sie also sehen, haben wir uns bis zu dem Augenblick, an dem wir nun angekommen sind, durchgekämpft. Es mag nicht alles sozusagen aalglatt abgelaufen sein, aber letzten Endes stehen wir jetzt doch hier vor Ihnen. Und alle haben wir etwas gemeinsam: Ein riesiges LAMPENFIEBER! Ob wohl alles so klappen wird, wie wir das wünschen?????

Na, ja. Egal, ob die Antwort ja oder nein sein wird, wir glauben hier doch sagen zu können, dass es schon jetzt für alle eine Erfahrung und für manche auch ein Abenteuer war! Deshalb an dieser Stelle ein riesiges Danke an die "Lehrkörper, Herrn Dreckmann, Frau Nolte, Frau Lange und Frau Dr. Lütgemeier, sowie einen riesengroßen Dank an unsere "Nähmaschinenfee" Frau Klipper-Joura und an Herrn Bungarten und alle weiteren Helfer und Spender.



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