Sport am Stoppenberg

Bildrechte :Georg PieronFaust I, Goethes literarisches Meisterwerk, in einem etwas anderem Licht. Letzten Montag stellte sich das Ensemble des Theaters Essen-Süd dem Publikum unserer Q2 in der Aula. Die sehr modern gefasste und etwas ungewohnte Inszenierung kommt mit nur zwei Darstellern aus; Thilo Matschke in der Rolle des Fausts und Raphael Batzik als Mephisto, die mit ihrem starken Ausdruck und ihrer großartigen schauspielerischen Darbietung die gesamte Aula erfüllten.

Auf Gretchen wird gänzlich verzichtet und es scheint, als würde Faust ihre Tragödie in Dauerschleife Revue passieren lassen. Doch nicht nur der Spiegel an der Wand mit einem Abbild Audrey Hepburns lässt ihre Figur präsent sein. Denn vor allem die beiden Schauspieler lassen die Erinnerung an sie erst lebendig werden. Faust, der einem arbeitslosen Trinker ähnelt, zieht, anders als im Drama, den Alkohol der Magie vor. Trotz weniger Requisiten und dem sehr minimalistischen Bühnenbild gelingt es Thilo Matschke, Faust und seine Existenzkrise glaubwürdig zu verkörpern.

Gretchen ist tot. So hat Mephisto leichtes Spiel und tritt an Faust heran. Ebenfalls als Trinker nähert er sich ihm, um erneut seinen Albtraum zu durchleben. Die leichte Aggressivität seines Charakters erzeugt eine spürbare Spannung, die die langen Passagen des Originaltextes unterhaltsamer gestalten. Dennoch wirken manche Stellen sehr ausgedehnt und erschweren es, die Handlung nachzuvollziehen. Durch immer neue Impulse und Emotionen der Schauspieler gelingt es diesen aber immer wieder, das Publikum zu packen. Gekonnt spielen beide miteinander und beginnen die Weltenreise ohne viele Hilfsmittel, aber dafür mit ihren Stimmen und ausdrucksstarker Erzähltechnik, durch die sie leicht die anderen Rollen übernehmen.

Schließlich gelangen wir zur Kerkerszene, auf dem Boden kniend klopft Faust auf diesen. Es scheint, als spielten beide Protagonisten auf Gretchens Grab. Sie beginnen die Sprechanteile Fausts, Mephistos und Gretchens untereinander aufzuteilen und sogar zu vermischen. Es wird so der Eindruck erweckt, als ob Gretchens Geist Faust anklagen würde und damit seine Qualen rechtfertige, was durch die scheinbar fortwährende Wiederholung dieses Szenarios bestätigt wird.

Der Fokus der Ausarbeitung liegt auf der Gelehrtentragödie, sowohl Prolog im Himmel als auch die letzten Zeilen zur Rettung Gretchens werden ausgelassen. Eine musikalische Begleitung gibt es nur während Fausts Dialogen mit Gretchen, die vielmehr seine Unterredungen mit sich selbst sind. Eine melancholische Melodie kündigt hier bereits vom schicksalhaften Ausgang der Tragödie.

Insgesamt eine sehr gelungene Inszenierung, die entgegen der Erwartung mit wenig Accessoires und zwei so starken Darstellern auskommt, dass diese mit ihrer enormen Präsenz die ganze Bühne einnehmen und darüber hinaus noch das Publikum miteinbeziehen. Trotz alter Sprache trifft die moderne Ausarbeitung den Nerv der Zeit und gibt die Probleme Fausts als oftmals gegenwärtige Konflikte des alltäglichen Lebens wieder. Zuletzt sollte noch bedacht werden, dass diese Darbietung vor allem den Ideen und dramaturgischen Künsten der Darsteller selbst entspringt und von daher besonderen Respekt verdient. Deren Leidenschaft geht über den Bühnenrand hinaus und kommt somit auch bei den Zuschauern an.

Frederike V. Q2

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