Sport am Stoppenberg

a850 dsc01Die wohl traditionsreichsten Veranstaltungen am Gymnasium am Stoppenberg sind der allseits bekannte „Stoppenberger Weihnachtsmarkt“ und die weniger bekannte „Stunde vorweihnachtlicher Besinnung“. Gilt der eher kommerziell ausgerichtete Weihnachtsmarkt am Freitag vor dem ersten Advent als ein „lebendiger Treffpunkt aller Generationen“, die sich in der Schule zu einem großen Fest versammeln, bei dem der „Einkauf kleinerer und größerer Weihnachtspräsente und Dekorationsartikel“, „tolle Stände“ und „leckeres Essen“ im Vordergrund stehen (vgl. Bericht zum Weihnachtsmarkt 2015), so geht es bei der „Stunde vorweihnachtlicher Besinnung“ am Donnerstag vor dem 3. Advent um andere Schwerpunkte.

Beide Veranstaltungen finden im Abstand von etwa vierzehn Tagen statt, aber sie konkurrieren nicht miteinander. Die Stunde vorweihnachtlicher Besinnung spricht als Zielgruppe alle Hauptamtlichen dieser Schule und all diejenigen an, die sich in besonderer Weise der Schule (ehrenamtlich) verbunden fühlen. Die Stunde der Besinnung wird in den letzten Jahren abgerundet durch eine Zeit der Begegnung, wenn anschließend bei einem Glas Wein… der Abend ausklingt.

Ähnlich wie beim Weihnachtmarkt, „bei dem bis auf die Baumgröße auch in 2015 eigentlich alles wie immer“ war (vgl. Bericht), könnte man vermuten, dass auch die Stunde der Besinnung festen Ritualen folgt, etwa mit Kerzenlicht und Tannenduft, dekoriert mit frommen Texten, Liedern und Geschichten. Dem ist aber nicht so. Immer wieder neu, möchte man sagen, stellt sich ein kleines Team die Aufgabe, den Abend - an wechselnden Orten - zu gestalten.

Die Ortswechsel erfolgten der Not gehorchend. Maria in der Not, St. Anno, die Heilig-Geist-Kirche und die Pfarrkirche St. Josef haben im Laufe der Jahre die Kirchentüren geöffnet, um einen würdigen Rahmen für die Stunde der Besinnung zu schaffen. Erstmals war in diesem Jahr das Com-Gebäude im Schulzentrum Veranstaltungsort, weil zu befürchten war, dass sich die Schar der Besucher in einer Kirche verlieren könnte. Das überschaubare Platzangebot sorgte allerdings auch für eine dichte Atmosphäre. Das Thema war entnommen dem Matthäusevangelium, wo es bei Mt 2,14 heißt: „Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.“

Am Ende der Stunde vorweihnachtlicher Besinnung ergriff der Schulleiter das Wort, nannte, über den Dank an alle Beteiligten hinaus, den für ihn wichtigen Aspekte dieser Stunde. Der zentrale Gedanke des Schulleiters war dann – sinngemäß zitiert: „Wir sind hier zusammengekommen, um ein wenig Ruhe zu finden – und werden beunruhigt.“ Dieser Gedanke fasst sehr zutreffend zusammen, was in dieser Stunde an Impulsen gesetzt wurde. Denn schon mit dem Thema war die Flüchtlingsproblematik umschrieben, die auf unterschiedliche Weise thematisiert wurde. (Das Wort „Flüchtling“ wurde erst wenige Tage später zum Wort des Jahres 2015 gewählt!!) Plötzlich hatten zwei mehr als fünfhundert Jahre alte Bilder eine hohe Aktualität, die das Thema „Flucht nach Ägypten“ darstellen. Ein Pressefoto aus unseren Tagen, das eine Frau mit Kind auf der Flucht zeigt, und eine Karikatur aus dem letzten Jahr, die das Krippengeschehen zu einem hochpolitischen Ereignis werden ließ, wenn nämlich die Menschen (Juden, Neger, Araber) aus der Krippe entfernt werden, boten vielfältige Aspekte einer Wirklichkeit, die weit über das Weihnachtsfest hinaus unser Leben bestimmten dürften.

Ein Gedicht von Max Hermann-Neiße, vor den Nazis geflohen, das aus dem Jahre 1936 stammt und in London entstanden ist, veränderte noch einmal die Perspektive. Es schien zunächst ein Gedicht zu sein, wie es denn jemand schreibt, der vor den Verhältnissen in seiner Heimat fliehen muss. Den Schreiber dieser Zeilen hat es deswegen sehr berührt, weil die beiden letzten Verse des Gedichtes einen Blickwickel eröffnen, der ihm so nicht bewusst war. Hier der Titel und die beiden letzten Gedichtzeilen:

Heimatlos (1936)

„Die Eingeborenen träumen vor den Toren /
Und wissen nicht, dass wir ihr Schatten sind.“

Auf unsere Verhältnisse übertragen und in unsere Sprache „übersetzt“, kann das nur heißen, dass „die Eingeborenen“ also wir, die Deutschen, nicht wissen, dass die „Heimatlosen“, also die Flüchtlinge, unsere Schatten sind. Einen Schatten kann man nicht wegschieben, er ist „ein Teil des Menschen.“ Machen wir uns das klar? Machen wir uns das klar!

So wurde diese Stunde zu einer Sternstunde, die allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben dürfte. Schade nur, dass die engagierte Arbeit nicht mehr Breitenwirkung hatte!!

Meinolf Jelich



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