Internationale Kontakte
austausch00948Stoppenberger Schülerinnen und Schüler erlebten polnischen Winter von seiner schönsten Seite.
So viel Schnee auf einem Haufen hat man nicht alle Tage. Darin waren sich die zwanzig Stoppenberger Schülerinnen und Schüler einig, die unter der Leitung von Herrn Ciecior und Herrn Dreckmann zum diesjährigen Schüleraustausch mit unserer Partnerschule im südpolnischen Bielsko-Bia?a aufgebrochen waren.
Nach anstrengender 18-stündiger Busfahrt waren wir am frühen Sonntagmorgen im tiefverschneiten Bielsko eingetroffen. Als erstes galt es, nach und nach die neue Umgebung zu entdecken: Nach den ersten Eindrücken zuhause in den Gastfamilien trafen sich am Abend viele Schüler mit ihren Gastgebern in der Stadt, um sich mit den örtlichen Lokalitäten vertraut zu machen.

Am folgenden Montagmorgen war es dann soweit: Schwerbepackt mit Koffern, Rucksäcken und Skiausrüstung fanden wir uns am Fuße des Szyndzielnia, dem „Hausberg“ der Stadt, ein. Von dort ging es mit der Seilbahn hinauf auf ca. 1000 Meter, wo bereits eine Schneeraupe auf uns wartete, die unser Gepäck aufnehmen sollte. Denn wir waren noch nicht an unserem Ziel. Zu Fuß ging es weiter durch eine tiefverschneite Winterlandschaft. Herrlich! Wenn nur die Wege ein wenig besser gewesen wären! Doch da es seit drei Tagen mehr oder weniger durchgängig geschneit hatte, waren alle Versuche, die Wege einigermaßen passierbar zu halten, wenig erfolgreich geblieben. Und so wurde die nun folgende knapp einstündige Wanderung zu einer echten Kraftprobe: Bei jedem Schritt versank der Schuh im Neuschnee. Am besten hielt man sich in den Spuren des Vordermanns und so zogen wir wie die Perlen an einer Schnur in langer Reihe immer bergauf unserem Ziel entgegen. Aber die Mühen des Aufstiegs wurden belohnt, denn als wir schließlich den Berg Klimczok erreichten, bot sich uns ein grandioser Anblick: Malerisch an einem Hang lag sie da, die Jugendherberge, die für die nächsten drei Tage unser Quartier sein sollte. Und gleich gegenüber ein Skihang mit eigenem Lift ganz für uns alleine! Traumhafte Aussichten vor allem für die Skierprobten unter uns, die sich, nachdem die Zimmer bezogen und das Mittagessen verdaut war, gleich auf die Bretter begaben. Aber auch für die Anfänger war gesorgt: unter fachkundiger Anleitung wurden alpine Grundhaltung und Schneepflug geübt, und so schaffte es so mancher Skianfänger in den kommenden Tagen flügge zu werden.
Aber es wurde nicht nur Ski gefahren. Daneben gab es auch kleines Projekt zu bewältigen. Gemeinsam beschäftigten sich polnische und deutsche Schüler in kleinen Gruppen mit Geschichte, Geographie und Landeskunde der Region und präsentierten ihre Ergebnisse am letzten Tag unseres Aufenthalts in den Bergen.
Am Mittwoch hieß es dann: Rückmarsch zur Bergstation der Seilbahn. Einige Skibegeisterte hatten beschlossen, die Abfahrt auf Skiern zu wagen, die übrigen traten den Weg zurück zu Fuß an. Schnell wurde noch ein Gruppenfoto gemacht und dann ging‘s los. Eingepackt wie zu einer Nordpol-Expedition setzte der Tross sich in Bewegung. Denn über Nacht hatte es einen Wetterumschwung gegeben: es wehte ein eisiger Wind und die Flocken stoben! Der Neuschnee hatte die Wege erneut schwer passierbar gemacht und es stand zu befürchten, dass der Rückweg noch anstrengender werden würde als der Hinweg: „Das ist ja wie in einem Abenteuerfilm. Hoffentlich kommen wir alle heil wieder unter an.“ Solche Gedanken gingen wohl nicht nur den Lehrern durch den Kopf. Aber die Sorgen erwiesen sich als unbegründet: bergab ging der Rückweg doch viel leichter als befürchtet.
Nach diesen vergnüglichen Schneetagen folgte am Donnerstag ein Programmpunkt der weitaus ernsteren Art. Seit Beginn des Austauschs vor neun Jahren ist ein Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz fester Bestandteil unseres Austauschs. Es fällt immer wieder schwer, die Eindrücke und die Wirkung dieses Ortes in Worte zu fassen. Zwar kennt man die Bilder von der „Rampe“ im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, auf der die Selektionen der eintreffenden zumeist jüdischen Häftlinge statt fanden. Doch das Grauen dieser Ereignisse erfasst den Besucher vor Ort auf unmittelbare Art und Weise. Es gibt wohl kein Verstehen für die Verbrechen, die dort im Namen Deutschlands und von Deutschen verübt worden sind, doch jeder, der sich den Eindrücken dieses Ortes einmal ausgesetzt hat, begreift, dass wir es auch heute, 60 Jahre danach, den Millionen Opfern - und uns selbst (!) – schuldig sind, die Erinnerung daran wach zu halten.
Nach diesen Eindrücken wurden wir am letzten Tag unseres Besuches noch einmal mit der Geschichte der Stadt Bielsko konfrontiert, die über lange Zeit auch eine deutsche und von Deutschen geprägte Geschichte ist. Mehr als 80 Prozent der Einwohner von Bielitz, so der deutsche Name der Stadt, waren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Deutsche. Lange Zeit wurde diese deutsche Epoche in Bielsko totgeschwiegen. Zu groß war die Angst, dass die Vergangenheit die heutigen Bewohner der Stadt einholen könnte. Doch seit der Wende 1990 ist es damit vorbei. Und so erinnert die Ausstellung im wunderschön restaurierten Su?kowski-Schloss wie selbstverständlich auch an das Leben der Deutschen in dieser Stadt. Dass es uns als deutschen Gästen möglich ist, diese Ausstellung zu besuchen und Fragen nach der deutschen Vergangenheit zu stellen: könnte unser Austausch mit einem schöneren Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen enden?

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